Den hier hatte ich bereits im Dezember letzten Jahres ergattert.
Der AMC ECB-85 S710 ist ein Einplatinencomputer auf Basis des Intel 8085, der Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre von Siemens bzw. Siemens-AMC entwickelt wurde. Solche Systeme wurden vor allem für Ausbildung, Schulung und Experimentierzwecke eingesetzt.
Typische Einsatzorte waren:
-
technische Hochschulen
-
Ingenieur- und Elektronik-Ausbildung
-
industrielle Schulungszentren
-
Entwicklungslabore
Der Aufbau orientierte sich an klassischen Mikroprozessor-Trainern der Zeit: eine CPU auf einer Platine, dazu RAM, ROM mit Monitorprogramm, einfache Ein-/Ausgabe sowie Erweiterungsanschlüsse für Experimente.
Typische Merkmale
Auch wenn Varianten existieren, hatten viele Systeme dieser Klasse:
-
Intel 8085 als CPU
-
Monitorprogramm im ROM
-
RAM im Bereich einiger Kilobyte
-
einfache Bedienung über Hex-Tastatur und LED-Anzeige oder Terminal
-
Erweiterungsstecker für I/O-Experimente
Damit konnten Studierende direkt mit Maschinencode und Assembler arbeiten und lernen, wie Mikroprozessor-Systeme auf Hardwareebene funktionieren.
Bedeutung im historischen Kontext
Der ECB-85 ist kein Heimcomputer wie ein Commodore oder Sinclair, aber er steht für einen wichtigen Teil der Mikrocomputer-Geschichte: die Ausbildung einer ganzen Generation von Elektronikern und Informatikern.
Während Heimcomputer den Markt eroberten, standen in vielen Laboren und Hörsälen solche Systeme, auf denen man lernte:
-
Speicher zu adressieren
-
I/O-Ports anzusteuern
-
Interrupts zu nutzen
-
Assemblerprogramme direkt im Speicher einzugeben
Gerade in Deutschland waren Siemens-Trainingssysteme in den 1980er-Jahren recht verbreitet.
