Willkommen auf mikrocontroller.bplaced.net, der Website welche ursprünglich von meinem Bruder Uwe betrieben wurde.
Diese Seiten hier sollen Einsteigern in der Welt der Mikroprozessoren das Leben erleichtern und den Umgang mit der Programmiersprache “C” näherbringen.
Die Librarys vereinfachen das benutzen der Komponenten einer CPU und man hat so mehr Zeit sein eigentliches Projekt zu realisieren.
Leider hat er sich dazu entschieden, seinen Blog nicht weiter zu aktualisieren, was dazu führte, dass zunächst die Website nicht mehr erreichbar war, und danach der Webspace gelöscht wurde;(
Zu meinem bedauern, und wohl auch zum Bedauern seiner Fan-Gemeinde ist damit eine tolle Dokumentation zum Thema Mikrocontroller STM32 verloren gegangen.
Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, sein Werk hier wieder online zu stellen.
Eine Historie der neuesten Aktivitäten findet ihr hier , und die aktuelle Sitemap gibt es hier.
seit heute habe ich ein neues „Spielzeug“. Es ist der PicoCalc von clockwork.
Der PicoCalc ist im Grunde ein kleiner, tragbarer Computer auf Basis des Raspberry Pi Pico. Durch das eingebaute Display, die vollständige Tastatur und die SD-Karte eignet er sich hervorragend als eigenständiger kleiner Entwicklungs- und Testrechner – und natürlich ganz besonders für PicoMite und MMBasic.
Die Hardware
Der PicoCalc bringt bereits fast alles mit, was man für einen kleinen mobilen Computer benötigt:
4-Zoll-IPS-Display mit 320 × 320 Pixeln
67-Tasten-QWERTY-Tastatur mit einstellbarer Hintergrundbeleuchtung
SD-Karten-Steckplatz
8 MB PSRAM auf dem Mainboard
zwei eingebaute PWM-Lautsprecher
3,5-mm-Kopfhöreranschluss
Stromversorgung über 18650-Akkus mit integrierter Lade- und Entladeelektronik
Erweiterungsmöglichkeiten über GPIO, SPI, I²C und UART
Interessant ist außerdem, dass der eigentliche Mikrocontroller nicht fest mit dem PicoCalc verbunden ist. ClockworkPi hat das Gerät so konstruiert, dass unterschiedliche Pico-kompatible Module verwendet werden können.
Unterstützt werden unter anderem:
Raspberry Pi Pico H
Raspberry Pi Pico WH
Raspberry Pi Pico 2
Raspberry Pi Pico 2 W
Damit lässt sich der PicoCalc beispielsweise mit einem RP2040 oder dem wesentlich leistungsfähigeren RP2350 betreiben. Mit den W-Versionen kommen zusätzlich WLAN und Bluetooth hinzu.
Mehr als nur ein Taschenrechner
Der Name „PicoCalc“ ist eigentlich etwas irreführend. Das Gerät erinnert zwar optisch ein wenig an einen programmierbaren Taschenrechner der 1980er- und 1990er-Jahre, ist aber vielmehr ein kleiner universeller Mikrocontroller-Computer.
ClockworkPi bietet bzw. nennt dafür verschiedene Softwareumgebungen. Besonders interessant sind:
PicoMite / MMBasic
MicroPython
uLisp
FUZIX, ein kleines Unix-artiges Betriebssystem
C/C++-Programme mit dem Raspberry Pi Pico SDK
Gerade diese Offenheit macht den PicoCalc für mich interessant.
Warum als PicoMite-Testgerät?
Für mein Projekt „Mein erstes MMBasic Programm“ beschäftige ich mich inzwischen sehr intensiv mit PicoMite und MMBasic. Bisher benötige ich zum Testen meiner Programme normalerweise einen PicoMite mit angeschlossenem Monitor und Tastatur.
Der PicoCalc vereint dagegen alles in einem einzigen kleinen Gerät:
Damit kann ich MMBasic-Programme praktisch überall ausprobieren, ohne erst einen kompletten Versuchsaufbau aufbauen zu müssen.
Genau deshalb habe ich mir den PicoCalc zugelegt. In den nächsten Tagen werde ich ausprobieren, wie gut sich das Gerät tatsächlich als mobiles MMBasic-Entwicklungs- und Testsystem eignet.
MMBasic ist inzwischen auf einer ganzen Reihe von Systemen zu Hause. Neben dem Colour Maximite 2 und den verschiedenen PicoMite-Versionen gibt es mit MMBasic for Linux (MMB4L) bereits seit einiger Zeit eine Version für Linux.
Eine Plattform fehlte bislang jedoch: macOS.
Das hat sich jetzt geändert. Tom Schimana hat mit MMB4M – MMBasic for macOS eine Portierung veröffentlicht, mit der sich MMBasic direkt auf einem Mac ausführen lässt.
MMB4M ist keine komplett neue MMBasic-Implementierung. Die Grundlage bildet MMBasic for Linux (MMB4L) von Thomas Hugo Williams (thwill).
Das war überhaupt erst möglich, weil MMB4L für Grafik, Sound und Eingabegeräte auf SDL2 setzt. SDL2 steht auch für macOS zur Verfügung und bot damit eine gute Basis für die Portierung.
Bevor Tom das Projekt veröffentlichte, setzte er sich mit Geoff Graham und Thomas Hugo Williams in Verbindung. Geoff Graham gab am 25. August 2026 seine Zustimmung zur Portierung. Voraussetzung war unter anderem, dass der Name MMBasic erhalten bleibt und der ursprüngliche Copyright-Hinweis beim Start weiterhin angezeigt wird.
Die erste veröffentlichte Version trägt die Versionsnummer MMB4M 0.1.0. MMB4M verwendet dabei bewusst eine eigene Versionsnummer. Im Changelog wird festgehalten, auf welchem Stand von MMB4L die jeweilige Version basiert.
Apple Silicon und Intel
Für die erste Version stehen bereits zwei fertige Pakete zur Verfügung:
mmb4m-0.1.0-silicon.zip für Macs mit Apple-Silicon-Prozessor (M1, M2, M3 usw.)
mmb4m-0.1.0-intel.zip für Intel-Macs
Im Archiv befindet sich lediglich die ausführbare Datei mmbasic.
Da das Programm derzeit nicht mit einem Apple-Developer-Zertifikat signiert ist, blockiert macOS eine aus dem Internet heruntergeladene Version zunächst. Nach dem Entpacken kann die Quarantäne-Markierung im Terminal entfernt werden:
xattr -dr com.apple.quarantine mmbasic
Anschließend lässt sich MMBasic starten:
./mmbasic
MMBasic direkt im Terminal
MMB4M kann auf unterschiedliche Weise gestartet werden.
Nur den Interpreter öffnen:
mmbasic
Ein BASIC-Programm ausführen:
mmbasic prog.bas
Ein Programm ausführen und anschließend im MMBasic-Prompt bleiben:
mmbasic -i prog.bas
Mit QUIT wird MMBasic wieder beendet.
Interessant ist auch, dass der von PicoMite-Anwendern bekannte interne Fullscreen-Editor vorhanden ist. Mit
EDIT
kann ein BASIC-Programm direkt im Terminal bearbeitet werden.
Alternativ lassen sich externe Editoren verwenden. Unterstützt werden beispielsweise Vim, Nano oder Visual Studio Code.
Colour-Maximite-2-Kompatibilitätsmodus
Besonders interessant ist die Möglichkeit, MMB4M in einem Colour-Maximite-2-Kompatibilitätsmodus zu starten:
mmbasic -s "Colour Maximite 2"
oder kürzer:
mmbasic -s CMM2
Damit stehen unter anderem Befehle wie MODE und PAGE zur Verfügung, die im normalen MMB4M-Modus nicht vorhanden sind.
Viele CMM2-Programme können dadurch ohne Änderungen ausgeführt werden.
Man sollte dabei allerdings nicht vergessen:
MMB4M ist kein Colour-Maximite-2-Emulator.
Der Kompatibilitätsmodus simuliert einige Eigenschaften des CMM2, sodass sich insbesondere Programmlogik auf dem Mac entwickeln und testen lässt. Grafik, Sound und Timing können sich jedoch vom echten Colour Maximite 2 unterscheiden.
Grafik auf dem Mac
Im normalen MMB4M-Modus gibt es keine Bildschirmmodi wie beim CMM2. Stattdessen kann ein Programm beispielsweise ein eigenes Grafikfenster öffnen:
GRAPHICS WINDOW 0, 640, 480
Grafikausgaben erfolgen anschließend in diesem Fenster.
Auch hier gibt es einige Unterschiede zu den Hardware-Versionen von MMBasic. PRINT schreibt beispielsweise grundsätzlich in das Terminal und nicht in ein Grafikfenster. Text in einer Grafik wird stattdessen mit dem TEXT-Befehl ausgegeben.
FRAMEBUFFER ist derzeit nicht implementiert. Für Offscreen-Grafik stehen jedoch GRAPHICS BUFFER und GRAPHICS COPY zur Verfügung.
Natürlich kein Ersatz für einen PicoMite
Ein Mac besitzt natürlich keine GPIO-Pins wie ein Raspberry Pi Pico.
Befehle wie
SETPIN
PIN
PULSE
FLASH
können daher nicht einfach auf die Hardware des Macs übertragen werden.
Auch beim Timing gibt es Unterschiede. macOS ist kein Echtzeitbetriebssystem. Zeitkritische Programme können sich deshalb anders verhalten als auf einem PicoMite.
MMB4M soll einen PicoMite oder Colour Maximite 2 also nicht ersetzen.
Dafür eröffnet es eine andere interessante Möglichkeit: MMBasic-Programme können direkt auf einem Mac entwickelt und ausprobiert werden, ohne dass dafür zunächst zusätzliche Hardware benötigt wird.
Interessant für „Mein erstes MMBasic Programm“
Gerade dieser Punkt macht MMB4M auch für mein Tutorial „Mein erstes MMBasic Programm“ interessant.
Ich hatte bereits zuvor mit MMBasic auf meinem MacBook Air experimentiert und mir dafür verschiedene Startskripte eingerichtet. Mit MMB4M steht nun eine richtige macOS-Portierung zur Verfügung.
Für Einsteiger könnte das besonders praktisch sein: Wer einen Mac besitzt, kann viele der grundlegenden Beispiele aus dem Tutorial direkt ausprobieren, ohne zunächst einen PicoMite oder Colour Maximite 2 besitzen zu müssen.
Natürlich funktionieren hardwareabhängige Kapitel – beispielsweise Programme mit GPIO-Ein- und Ausgängen – nicht ohne Weiteres. Auch bei Grafikprogrammen muss geprüft werden, welche Unterschiede bestehen.
Ich werde deshalb in nächster Zeit ausprobieren, wie gut sich die Beispiele meines Tutorials mit MMB4M vertragen.
Noch eine frühe Version
MMB4M 0.1.0 ist die erste Veröffentlichung. Entsprechend weist Tom darauf hin, dass noch nicht sämtliche Funktionen getestet werden konnten.
Unter anderem sind serielle Schnittstellen und Gamecontroller bislang nur eingeschränkt bzw. noch nicht auf realer Hardware getestet worden. Auch die Intel-Version wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht umfassend auf einem echten Intel-Mac getestet.
Fehler und Erfahrungen können direkt über das GitHub-Projekt gemeldet werden.
MMB4M ist außerdem keine offizielle, von den MMBasic-Autoren gepflegte MMBasic-Version. Die unterstützten Plattformen bleiben MMBasic for Linux und die entsprechende reale MMBasic-Hardware.
Erster Praxistest auf meinem MacBook Air
Natürlich wollte ich wissen, wie gut die neue macOS-Version in der Praxis funktioniert. Also habe ich MMB4M auf meinem MacBook Air ausprobiert.
Zum Zeitpunkt meines Tests war bereits MMB4M 0.1.1 verfügbar. Kurz nach der ersten Veröffentlichung mit Version 0.1.0 gab es damit bereits ein erstes Update.
Die ausführbare Datei mmbasic habe ich einfach in meine bereits vorhandenen MMBasic-Verzeichnisse auf dem Desktop kopiert. Dort hatte ich schon zuvor mit verschiedenen MMBasic-Versionen und Startskripten experimentiert.
Der erste Test verlief erfreulich unspektakulär: MMB4M startete und meine vorhandenen BASIC-Programme liefen.
Besonders gespannt war ich auf den Colour-Maximite-2-Kompatibilitätsmodus. Auch hier gab es eine positive Überraschung: Selbst meine analoge Bahnhofsuhr, die Grafikbefehle verwendet und ursprünglich für den CMM2 bzw. PicoMite entwickelt wurde, läuft unter MMB4M im CMM2-Modus.
Damit ist MMB4M für mich bereits mehr als nur eine interessante Portierung. Viele vorhandene MMBasic-Programme lassen sich auf dem Mac offensichtlich ohne großen Aufwand ausprobieren.
Natürlich war dies bislang nur ein erster Test. In den nächsten Schritten möchte ich weitere Programme aus meinem Tutorial „Mein erstes MMBasic Programm“ ausprobieren und dabei insbesondere auf Unterschiede bei Grafik, Tastatureingabe und anderen MMBasic-Funktionen achten.
Fazit
Mit MMB4M schließt sich eine interessante Lücke.
Dank der Arbeit von Thomas Hugo Williams an MMBasic for Linux und der Portierung von Tom Schimana lässt sich modernes MMBasic nun auch direkt unter macOS verwenden.
Für die Entwicklung und das schnelle Ausprobieren von BASIC-Programmen ist das ausgesprochen praktisch. Besonders interessant ist dabei der Colour-Maximite-2-Kompatibilitätsmodus, mit dem sich viele für den CMM2 geschriebene Programme auch auf dem Mac ausführen lassen.
Mein erster Praxistest auf dem MacBook Air ist jedenfalls sehr vielversprechend ausgefallen: Meine vorhandenen MMBasic-Programme liefen auf Anhieb, und selbst die grafisch deutlich anspruchsvollere analoge Bahnhofsuhr funktioniert im CMM2-Modus.
Für mich ist MMB4M deshalb nicht nur eine weitere MMBasic-Variante, sondern auch eine interessante Ergänzung für mein Tutorial „Mein erstes MMBasic Programm“. Mac-Anwender erhalten damit eine einfache Möglichkeit, MMBasic kennenzulernen und viele der Beispiele auszuprobieren, ohne dafür zunächst zusätzliche Hardware zu benötigen.
Natürlich kann und soll MMB4M einen PicoMite oder Colour Maximite 2 nicht ersetzen – spätestens bei GPIO und anderer hardwarenaher Programmierung braucht es die echte Hardware. Als Entwicklungs-, Lern- und Experimentierumgebung auf dem Mac macht MMB4M aber schon in der ersten Version einen sehr guten Eindruck.
Ich werde auf jeden Fall weitere Programme aus meinem Tutorial mit MMB4M testen. Vielleicht entwickelt sich daraus sogar noch ein eigener kleiner Abschnitt „MMBasic auf dem Mac“.
In meinem Beitrag „PicoMite VGA/PS2 Reference Design (DIY-Projekt)” [1] habe ich den Aufbau eines kleinen Stand-alone-Computers auf Basis des Raspberry Pi Pico 2 und MMBasic vorgestellt. Das Reference Design von Geoff Graham bietet VGA-Ausgang, PS/2-Tastaturanschluss, SD-Karte und einen 40-poligen Erweiterungsanschluss.
Was dem kleinen Rechner im Vergleich zu größeren MMBasic-Systemen allerdings fehlt, sind eine Echtzeituhr (RTC) und ein Audioausgang.
Peter Mather (matherp), einer der Hauptentwickler von MMBasic, hat dafür im TheBackShed-Forum [2] eine interessante Erweiterungsplatine vorgestellt. Sie wird über den vorhandenen 40-poligen Anschluss mit dem PicoMite VGA/PS2 verbunden und ergänzt das System um eine batteriegepufferte Echtzeituhr und einen Stereo-Audioausgang.
Die Erweiterungsplatine
Die Zusatzplatine ist bewusst kompakt gehalten und nutzt die bereits auf dem PicoMite VGA/PS2 herausgeführten Signale. Dadurch sind keine Änderungen an der eigentlichen PicoMite-Platine notwendig.
Die Erweiterung bietet im Wesentlichen zwei neue Funktionen:
eine batteriegepufferte Echtzeituhr mit DS3231M
einen Stereo-Audioausgang über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse
Als Pufferbatterie für die Echtzeituhr kommt eine CR1220-Knopfzelle zum Einsatz.
Der DS3231M ist über den System-I²C-Bus mit dem PicoMite verbunden. Damit bleiben Datum und Uhrzeit auch dann erhalten, wenn der PicoMite ausgeschaltet oder von der Stromversorgung getrennt wird.
Für den Audioausgang enthält die Platine die erforderliche Filterbeschaltung für den linken und rechten Audiokanal sowie eine 3,5-mm-Stereo-Klinkenbuchse.
Passend zum VGA Reference Design
Besonders interessant ist die überarbeitete Variante der Platine für Besitzer des PicoMite VGA/PS2 Reference Designs.
Nach einem Hinweis von Volhout wurde die Pinbelegung so angepasst, dass sie der Konfiguration des VGA Reference Design 2 entspricht.
Für Audio werden verwendet:
OPTION AUDIO GP6,GP7
Der System-I²C-Bus für die Echtzeituhr verwendet:
OPTION SYSTEM I2C GP14,GP15
Damit entspricht die Erweiterung der von MMBasic vorgesehenen Konfiguration für das VGA Reference Design 2.
Peter Mather weist darauf hin, dass sich Geoff Grahams VGA-Board mit dieser Pinbelegung vollständig über
OPTION RESET VGA DESIGN 2
konfigurieren lässt.
Das macht die Erweiterung besonders interessant für das in meinem früheren Artikel vorgestellte PicoMite VGA/PS2 Reference Design.
Audioausgabe mit MMBasic
Durch den zusätzlichen Audioausgang lassen sich die Audiofunktionen von MMBasic nun auch mit dem PicoMite VGA/PS2 verwenden.
Damit können beispielsweise Töne, Soundeffekte oder Musik direkt aus einem BASIC-Programm ausgegeben werden. Gerade für Spiele und kleine Retro-Anwendungen ist das eine interessante Ergänzung, denn aus dem bisher weitgehend „stummen“ PicoMite VGA/PS2 wird damit ein deutlich vollständigerer kleiner BASIC-Computer.
Eine echte Uhr für den PicoMite
Die zweite wichtige Erweiterung ist die Echtzeituhr.
Ohne RTC kennt ein Mikrocontroller nach dem Einschalten zunächst weder Datum noch Uhrzeit. Der auf der Zusatzplatine eingesetzte DS3231M läuft dagegen über seine Knopfzelle weiter, wenn der PicoMite ausgeschaltet ist.
MMBasic kann dadurch beim Start auf eine dauerhaft verfügbare Uhrzeit zurückgreifen. Das ist beispielsweise für Programme interessant, die Datum und Uhrzeit anzeigen, Dateien mit Zeitbezug verarbeiten oder Messwerte protokollieren.
Platine selbst herstellen
Peter Mather hat für die Erweiterung nicht nur den Schaltplan veröffentlicht, sondern auch die Gerber-Dateien sowie BOM- und Pick-and-Place-Daten zur Verfügung gestellt.
Damit kann die Platine beispielsweise bei einem PCB-Hersteller gefertigt und auf Wunsch auch bestückt werden.
Die Platine lässt sich aber ebenfalls von Hand bestücken. Laut Peter Mather sind keine Bauteile kleiner als Baugröße 0805 vorgesehen.
Bei seinem ursprünglichen Angebot nannte er für fünf komplett bestückte Platinen bei JLCPCB Kosten von etwa 57 US-Dollar. Später ließ er die unbestückten Leiterplatten fertigen und berichtete von £4,02 für fünf Platinen einschließlich Steuer und Versand nach Großbritannien.
Bei meiner Test-Bestellung kosten 10 Platinen ca. 80,- € netto:
Am 21. Januar 2025 bestätigte er schließlich im Forum, dass die gefertigten Platinen angekommen seien und einwandfrei funktionieren.
Zwei Varianten beachten
Im TheBackShed-Thread werden zwei Varianten der Erweiterungsplatine beschrieben.
Für das PicoMite VGA/PS2 Reference Design ist die zuletzt veröffentlichte Variante interessant:
OPTION AUDIO GP6,GP7
OPTION SYSTEM I2C GP14,GP15
Die ältere Variante verwendet dagegen:
OPTION AUDIO GP4,GP5
OPTION SYSTEM I2C GP6,GP7
Diese Version ist unter anderem für verschiedene Waveshare-SPI-Displays vorgesehen.
Wer die Erweiterung für Geoff Grahams VGA Reference Design beziehungsweise für das in meinem vorherigen Artikel beschriebene PicoMite VGA/PS2 aufbauen möchte, sollte daher auf die aktualisierte Version vom 12. Januar 2025 achten.
Fazit
Die Erweiterungsplatine ist eine schöne Ergänzung für das PicoMite VGA/PS2 Reference Design.
Mit relativ wenig zusätzlicher Hardware erhält der kleine MMBasic-Rechner zwei Funktionen, die ihm bisher gefehlt haben: Stereo-Audio und eine batteriegepufferte Echtzeituhr.
Das ursprüngliche PicoMite-Board muss dafür nicht verändert werden. Die Erweiterung nutzt einfach den vorhandenen 40-poligen Anschluss und lässt sich dadurch als Zusatzplatine aufstecken.
Damit rückt der selbstgebaute PicoMite VGA/PS2 noch ein Stück näher an einen vollständigen kleinen Retro-Computer: VGA-Monitor, PS/2-Tastatur, SD-Karte, BASIC, Sound und eine echte Uhr – und das alles auf Basis eines Raspberry Pi Pico 2.
Funktioniert auch auf dem älteren Pico Computer 2 (HDMIUSBI2S).
Wichtig: Immer sauber mit shutdown herunterfahren.
4. Weitere Möglichkeiten
Da es ein normales RP2350B-Board ist, funktionieren grundsätzlich auch:
CircuitPython
Eigene Programme mit dem Pico SDK (C/C++)
Andere RP2350-kompatible Firmwares
Kurzüberblick der Stärken:
Software
Stärken
Reifegrad
PicoMite/MMBasic
HDMI/VGA, USB-Hub, RTC, Audio, SD
Sehr ausgereift
MicroPython
Einfache Python-Programmierung
Gut, noch in Entwicklung
FUZIX
Echtes Unix + C-Compiler + BASIC
Gut nutzbar
CircuitPython / SDK
Maximale Flexibilität
Standard RP2350
Das Board ist damit eines der vielseitigsten Pico-2-basierten Systeme: von klassischem BASIC-Computer über Python bis hin zu einem kleinen Unix-System.
Bei der Sammelbestellung für den neuen Pico Computer 3 ist mir Matthias (homa) zuvorgekommen. Ich habe mit mit 5 Sets an seiner Sammelbestellung beteiligt und warte nun auf deren Lieferung.
Im Set enthalten sind:
Pico Computer 3 Board
HDMI/VGA-Adapter
Gehäuse
Front- und Backpanel
Raspberry Pi RM2 (RMC20452T) wireless module
Die Kosten für ein Set sind 53,- EUR
Die 5 Sets sind leider auch schon alle vergeben. Zwei davon behalte ich, und die restlichen drei Sets bekommen PicoWolfgang, BishopXXL und musterkonsument.
Aber ich plane selbst wieder eine Sammelbestellung auf die Beine zu stellen, nachdem ich den Pico Computer 3 ausgiebig getestet und für gut befunden habe. Wenn ihr Interesse haben solltet, dann bitte hier ein Kommentar hinterlassen. Ich trage euch dann in die Liste unten ein.
Hier trage ich alle Interessenten für eine eigene Sammelbestellung ein. Aktuell ist das noch in Planung, ich muss mindestens 10 Sets zusammen haben, damit ich kostengünstig fertigen lassen kann. Mein Setpreis hängt dann von der Gesamtanzahl ab.
Für alle Neueinsteiger in das Thema PicoMite und MMBasic arbeite ich gerade an meinem deutschsprachigen Tutorial: Mein erstes MMBasic Programm
Peter Mather hat eine neue Version des PicoMites HDMIUSB Boards gebaut, der Pico Computer 3.
Änderungen am Pico Computer 3 (neue Version des PicoMites HDMIUSB-Boards) im Vergleich zur vorherigen Version (HDMIUSB / Pico Computer 2-Serie):
Peter Mather (matherp) beschreibt die wesentlichen Updates im ersten Post des Threads (13. Juni 2026) wie folgt:
DVDD-Versorgung vereinfacht: Fester 1,3-V-Regler (TLV70313DBVR, 300 mA LDO) statt der vorherigen einstellbaren Lösung. Funktioniert einwandfrei bis 396 MHz.
Neuer 4-Pin-JST-SH-Anschluss (Qwiic / STEMMA QT / Qw/ST): Ermöglicht das Anketten von Modulen.
USB-Host-5-V-Schaltung verbessert: Der p-Kanal-MOSFET zum Schalten der USB-Host-5-V-Schienen wurde durch einen leistungsfähigeren, strombegrenzenden Schalter ersetzt.
Unterstützung für offizielles Raspberry-Pi-RM2-Wireless-Modul (RMC20452T): Für WEB- und Bluetooth-Builds wird das Board damit zu einem „Super-RP2350B Pico2-W“ (mit PSRAM). Das Modul ist von Hand lötbar (Pads ragen etwas heraus, ähnlich wie beim Pico; einfach mit Paste + Heißluft).
Firmware-Konfiguration: Mit OPTION RESET PICO COMPUTER 3 (ab Firmware 6.03.00 RC18). Diese Konfiguration gilt für alle RP2350-Builds. Bei VGA-Builds wird ein kleiner PCB-Adapter an den I/O-Port angeschlossen.
Unverändert (wie zuvor): I2S-Audio, DS3231-RTC und die üblichen Features (HDMI, USB-Hub, SD-Karte usw.).
Weitere Hinweise aus dem Thread:
Gerbers, Schema und Design-Dateien wurden später freigegeben (25./26. Juni 2026).
Es gibt einen separaten HDMI/VGA-Adapter (ebenfalls mit Gerbers), mit dem man alle RP2350-Builds auf dem gleichen Mainboard testen/nutzen kann (OPTION RESET PICO COMPUTER 3 + OPTION VGA PINS GP12, GP14).
Kosten: Vollständig bestückt (ohne RM2-Modul) ca. 45 USD pro Board bei 5 Stück; mit Wireless-Modul etwas teurer. JLC bestückt das RM2-Modul (noch) nicht selbst.
Die Änderungen zielen vor allem auf Vereinfachung der Spannungsversorgung, bessere USB-Host-Schaltung, erweiterte Modul-Anschlussmöglichkeiten und native Wireless-Unterstützung ab.
Downloads:
Die aktuellen Dateien können vom GitHub Repo heruntergeladen werden:
kennt jemand das Buch „Mein erstes Basic Programm“ von Rodnay Zaks?
Ich schätze Rodnay Zaks als Autor sehr, und dieses Buch ist meiner Meinung nach besonders gelungen. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es:
wirklich bei Null beginnt,
das Programmieren sehr anschaulich erklärt,
viele kleine Beispielprogramme enthält,
den Leser Schritt für Schritt zu eigenen Programmen führt,
weniger ein Nachschlagewerk als vielmehr ein didaktisch aufgebauter Kurs ist.
Gerade in den 1980er Jahren war es für viele der Einstieg in die Programmierung – unabhängig davon, ob später auf einem Commodore, Atari, Apple oder einem programmierbaren Taschenrechner programmiert wurde.
Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, ein ähnliches Werk zu schreiben – allerdings zum Thema „Mein erstes MMBasic-Programm“. Als Zielplattform dienen dabei PicoMite- und Colour-Maximite-Systeme.
Statt sofort ein komplettes Buch zu verfassen, habe ich mich zunächst für ein Online-Tutorial entschieden. So kann ich einzelne Kapitel veröffentlichen, sobald sie fertig sind, und das Projekt Schritt für Schritt wachsen lassen. Wenn genügend Material zusammengekommen ist, soll daraus später ein vollständiges Buch entstehen.
Dieses Praxisbeispiel stammt von Harry Venzke, dem ich an dieser Stelle herzlich für die umfangreiche Zuarbeit danken möchte. Harry ist im Robotrontechnik-Forum aktiv und suchte nach einer modernen Alternative für die EPROMs seines picoAC1 und Modul-1.
👉 Ziel war es, die im picoAC1 verwendeten EPROMs vom Typ 27C256 sowie die EPROMs 2764 und 27C4001 im Modul-1 zu ersetzen. Gleichzeitig sollte der Einsatz seines unzuverlässigen EPROM-Programmiergeräts künftig entfallen.
Ausgangssituation
Bei diesem Praxisbeispiel geht es um das Modul-1 für den Amateuromputer AC1 bzw. dessen modernen Nachbau picoAC1.
picoAC1 mit ONE-ROM als EPROM Ersatz für AC 1 Monitore Betrieb bis 8 MHz möglich
Der AC1 war ein Heimcomputer-Bausatzprojekt aus den 1980er-Jahren in der DDR. Der picoAC1 ist ein moderner Nachbau, der bereits hier im Blog vorgestellt wurde.
Das Modul-1 erweitert den Rechner um zusätzlichen ROM-Speicher und ist mit 2 × 8 KByte sowie 2 × 512 KByte ROMs bzw. EPROMs bestückt.
Leerplatine Modul 1
bestückt mit ONE.ROMs als EPROM Ersatz Betrieb im „miniAC1“ bis 6 MHz möglich
Das Modul 1 wird an einer Rückverdrahtung betrieben und erfordert die modernisierte picoAC1-2026 Leiterplatte.
Die picoAC1-2026 Platine befindet sich noch in der Erprobung und ist noch nicht allgemein verfügbar. Sobald die Platine verfügbar ist wird es einen Beitrag im Robotron Forum geben 😉
Der EPROM auf der picoAC1 Platine und die EPROMS vom Modul 1 lassen sich problemlos durch ONE-ROMs ersetzen. Dadurch wird das Programmieren deutlich einfacher, und die verwendeten Speicherbausteine sind heute wesentlich leichter erhältlich als die ursprünglichen ROMs bzw. EPROMs.
Außerdem können sie zum neuprogrammieren in der EPROM Fassung verbleiben wenn der USB Anschluss zugänglich ist.
Der picoAC1 startet mit dem ONE-ROM-Modul problemlos und zeigt folgenden Startbildschirm:
Startbildschirm des picoAC1
Mit dem X wird das Modul 1 gestartet, auf welchen sich dann Anwendungen befinden.
Startbildschirm des Modul-1
picoAC1 mit ONE-ROM 12 MHz
Fazit
Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für den Einsatz der One-ROMs. Ohne Änderungen an der vorhandenen Hardware lassen sich mehrere ROM- und EPROM-Typen ersetzen. Gleichzeitig entfällt die Abhängigkeit von älteren EPROM-Programmiergeräten, während aktuelle Firmware-Versionen jederzeit schnell aufgespielt werden können.