Willkommen auf mikrocontroller.bplaced.net, der Website welche ursprünglich von meinem Bruder Uwe betrieben wurde.
Diese Seiten hier sollen Einsteigern in der Welt der Mikroprozessoren das Leben erleichtern und den Umgang mit der Programmiersprache “C” näherbringen.
Die Librarys vereinfachen das benutzen der Komponenten einer CPU und man hat so mehr Zeit sein eigentliches Projekt zu realisieren.
Leider hat er sich dazu entschieden, seinen Blog nicht weiter zu aktualisieren, was dazu führte, dass zunächst die Website nicht mehr erreichbar war, und danach der Webspace gelöscht wurde;(
Zu meinem bedauern, und wohl auch zum Bedauern seiner Fan-Gemeinde ist damit eine tolle Dokumentation zum Thema Mikrocontroller STM32 verloren gegangen.
Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, sein Werk hier wieder online zu stellen.
Eine Historie der neuesten Aktivitäten findet ihr hier , und die aktuelle Sitemap gibt es hier.
nach den Überarbeitungen der letzten Tage habe ich heute eine neue PDF-Version meines Tutorials „Mein erstes MMBasic Programm“ erstellt.
Die aktuelle Version ist jetzt:
Version 0.22 – 3. Oktober 2026
Seit Version 0.21 wurden wieder einige Kapitel überarbeitet und ergänzt. Unter anderem wurden die Kapitel zu Variablen und Datentypen erweitert, die Regeln für Variablennamen ausführlicher beschrieben und die Erklärung von INPUT einschließlich der vollständigen Syntax verbessert.
Auch an verschiedenen anderen Stellen sind Korrekturen, Ergänzungen und Hinweise aus den Diskussionen und Rückmeldungen der Community eingeflossen.
Neu ist außerdem, dass das Tutorial inzwischen in drei unterschiedlichen PDF-Varianten erzeugt wird:
Normal – für Bildschirm und Download Print – mit größerer Schrift und für den Ausdruck und zum Abheften optimiert KDP – speziell für die gedruckte Buchausgabe
Die Unterschiede bei der Seitenzahl sind inzwischen durchaus beachtlich:
Damit hat das Tutorial in der KDP-Ausgabe inzwischen tatsächlich die 800-Seiten-Marke überschritten.
Auch die Roadmap und die ToDo-Liste auf GitHub habe ich aktualisiert. Einige Vorschläge aus der Community sind inzwischen umgesetzt, andere stehen für die kommenden Versionen auf dem Programm.
Wie immer gilt: Fehler, Verbesserungsvorschläge und neue Ideen sind ausdrücklich willkommen.
Vielen Dank an alle, die das Projekt mit ihren Rückmeldungen, Tests und Anregungen unterstützen!
Manchmal entstehen neue Projekte nicht nach langer Planung, sondern durch einen einfachen Versuch.
Gestern wollte ich eigentlich nur einmal ausprobieren, ob für Peter Mathers Pico2350DIL noch alle benötigten Bauteile bei JLCPCB verfügbar sind.
Also Gerber-Dateien, Stückliste und Pick&Place-Datei hochgeladen, die Bauteile geprüft – und tatsächlich: Alle benötigten Komponenten waren verfügbar.
Und irgendwie habe ich mich anschließend auf den Bestellknopf drücken sehen. 😉
Das Ergebnis:
30 Pico2350DIL befinden sich jetzt bei JLCPCB in der Fertigung.
Was ist das Pico2350DIL?
Das Pico2350DIL wurde von Peter Mather (matherp) entwickelt, der vielen MMBasic-Anwendern natürlich vor allem durch seine Arbeit an PicoMite bekannt ist.
Herzstück des Boards ist der RP2350B.
Im Gegensatz zum RP2350A, der beispielsweise auf dem Raspberry Pi Pico 2 eingesetzt wird, stellt die B-Variante erheblich mehr GPIO-Anschlüsse zur Verfügung. Das macht das Board besonders für umfangreichere Hardwareprojekte interessant.
Das Pico2350DIL besitzt unter anderem:
RP2350B
16 MB Flash
8 MB PSRAM
USB-C
BOOT- und RESET-Taster
zwei 32-polige Anschlussleisten
Besonders interessant sind GP40 bis GP47. Diese acht Pins können beim RP2350B als analoge Eingänge verwendet werden.
Damit stehen beispielsweise acht ADC-Kanäle zur Verfügung – etwas, das bei einem normalen Raspberry Pi Pico so nicht möglich ist.
Ein PicoMite zum Einstecken
Das Konzept des Boards gefällt mir besonders gut.
Der eigentliche Rechner mit RP2350B, Flash und PSRAM befindet sich auf einem relativ kleinen Modul. Über die beiden Anschlussleisten kann dieses anschließend auf ein Breadboard oder eine eigene Trägerplatine gesteckt werden.
Damit eignet sich das Pico2350DIL sowohl zum Experimentieren als auch als Basis für eigene Hardwareprojekte.
Und natürlich kann darauf PicoMite/MMBasic laufen.
Für meine Beschäftigung mit MMBasic ist das also eine ausgesprochen interessante Plattform.
Warum gleich 30 Stück?
Ursprünglich hatte ich keineswegs vor, 30 Boards zu bestellen.
Mein erster Gedanke waren 15 Stück.
Bei der Kalkulation zeigte sich allerdings schnell, dass ein erheblicher Teil der Kosten aus einmaligen beziehungsweise weitgehend festen Kosten für Einrichtung, Schablone und Bestückung besteht.
Der Sprung von 15 auf 30 Boards war deshalb vergleichsweise günstig.
Also wurden es 30. 😉
Die Platinen werden bei JLCPCB gefertigt und auf der Oberseite komplett mit den SMD-Bauteilen bestückt. Lediglich die beiden langen Stiftleisten werde ich später selbst einlöten beziehungsweise den Interessenten beilegen.
Rund 15 Euro pro Board
Nach meiner derzeitigen Kalkulation komme ich einschließlich Fertigung, Bauteilen, SMD-Bestückung, Versand sowie der noch zu erwartenden Einfuhrumsatzsteuer und Bearbeitungsgebühr auf ungefähr:
15 Euro pro fertig bestücktem Pico2350DIL.
Einige Exemplare sind bereits vergeben.
Die übrigen Boards werde ich zum Selbstkostenpreis von 15 Euro pro Stück zuzüglich Versand weitergeben.
Wer Interesse hat, kann sich gerne bei mir melden.
Jetzt heißt es warten
Die Bestellung ist bezahlt und bei JLCPCB angekommen. Jetzt bin ich natürlich gespannt, wie die Fertigung und Bestückung läuft.
Wenn die Boards angekommen sind, werde ich hier selbstverständlich darüber berichten.
Und mindestens ein Pico2350DIL wird anschließend ziemlich schnell zeigen müssen, ob PicoMite und alle acht ADC-Eingänge GP40 bis GP47 tatsächlich das tun, was ich mir davon verspreche. 😉
Heute war es endlich so weit: Der Probedruck meines Buches „Mein erstes MMBasic Programm“ ist angekommen.
Und mein erster Gedanke beim Auspacken war:
„Taschenbuch“? In die Tasche steckt das niemand. 😉
Das „Taschenbuch“ ist da: knapp 700 Seiten MMBasic und rund 1,3 kg schwer.
Mit seinen fast 700 Seiten bringt das Buch rund 1,3 kg auf die Waage. Erst wenn man es tatsächlich in der Hand hält, wird einem bewusst, wie umfangreich das Projekt inzwischen geworden ist.
Vom Tutorial zum richtigen Buch
Angefangen hat alles mit der Idee, ein deutschsprachiges Tutorial zu schreiben, das Einsteiger Schritt für Schritt an MMBasic heranführt.
Dabei sollte es nicht einfach eine Sammlung von Befehlen werden. Mir war wichtig, immer wieder die beiden Fragen zu beantworten:
Warum macht man etwas – und wie macht man es?
Aus den ersten Kapiteln wurden immer mehr. Neue Themen kamen hinzu, Beispielprogramme entstanden, Rückmeldungen aus der Community flossen ein – und schließlich war irgendwann klar: Daraus könnte tatsächlich ein richtiges Buch werden.
Jetzt liegt es vor mir.
Und obwohl ich die PDF-Version natürlich schon unzählige Male gesehen habe, ist es etwas völlig anderes, das Ergebnis gedruckt in den Händen zu halten.
Der erste Eindruck
Mit dem Druck bin ich auf den ersten Blick sehr zufrieden.
Texte und BASIC-Listings sind gut lesbar, die Graustufen funktionieren auch bei den Abbildungen ordentlich und die Kapitelaufmacher kommen im gedruckten Buch schön zur Geltung.
Gerade bei einem Buch dieses Umfangs war ich außerdem gespannt, wie sich das 7×10-Zoll-Format in der Praxis anfühlt. Das Buch ist natürlich kein Leichtgewicht, lässt sich aber überraschend gut aufschlagen und lesen.
Auch das Cover wirkt gedruckt noch einmal ganz anders als am Bildschirm.
Und ja: Der Text auf dem Buchrücken steht tatsächlich richtig herum. 😉
Wichtig dabei: Der hier gezeigte Probedruck basiert noch auf Release 0.20 des Tutorials. Seitdem ist die Entwicklung natürlich nicht stehen geblieben.
Inzwischen ist bereits die deutlich erweiterte Release 0.21 fertiggestellt und für die Veröffentlichung über Amazon KDP vorbereitet. Durch neue und überarbeitete Inhalte ist das Buch dabei noch einmal kräftig gewachsen – die KDP-Ausgabe nähert sich inzwischen der Marke von 800 Seiten.
Mein 1,3-kg-„Taschenbuch“ könnte also bald noch etwas schwerer werden. 😉
Ein kleiner Meilenstein
Das Buch ist noch ein Probedruck. Bevor ich es endgültig veröffentliche, werde ich es jetzt in Ruhe durchsehen und insbesondere darauf achten, ob beim Druck Dinge auffallen, die man am Bildschirm oder im PDF leicht übersieht.
Aber unabhängig davon ist dieser erste gedruckte Band für mich schon etwas Besonderes.
Aus vielen einzelnen AsciiDoc-Dateien, BASIC-Programmen, Screenshots, Zeichnungen und unzähligen kleinen Korrekturen ist etwas geworden, das man tatsächlich ins Bücherregal stellen kann.
Und ein bisschen stolz bin ich darauf schon. 😊
Ein großes Dankeschön geht auch an alle, die das Projekt bisher mit Hinweisen, Korrekturen, Ideen und Tests unterstützt haben. Einige Anregungen aus der Community haben inzwischen ganz konkret ihren Weg in das Buch gefunden.
Wie geht es weiter?
Der Probedruck ist also noch nicht die endgültige Ausgabe des Buches. Er basiert auf Release 0.20 und dient mir vor allem dazu, Druckqualität, Lesbarkeit, Seitenaufbau und Cover einmal ganz real beurteilen zu können.
Inzwischen steht bereits die erweiterte Release 0.21 in den Startlöchern. Sie enthält zahlreiche Ergänzungen und Verbesserungen und kommt in der für KDP vorbereiteten Fassung mittlerweile auf fast 800 Seiten.
Und selbst damit ist noch nicht ganz Schluss.
Ein besonderes Highlight fehlt nämlich noch: ein Gastbeitrag von Geoff Graham, dem Schöpfer von MMBasic. Darauf freue ich mich ganz besonders – und natürlich soll dieser Beitrag noch seinen Platz im Buch bekommen.
Erst danach möchte ich den endgültigen Stand für die Veröffentlichung festlegen.
Das frei verfügbare Tutorial auf GitHub bleibt selbstverständlich weiterhin bestehen und wird auch zukünftig gepflegt und weiterentwickelt. Das gedruckte Buch soll eine zusätzliche Möglichkeit für alle sein, die beim Lernen und Experimentieren lieber ein richtiges Buch neben ihrem PicoMite oder Colour Maximite liegen haben.
Bis dahin habe ich allerdings erst einmal knapp 700 Seiten Probedruck vor mir, die gründlich durchgesehen werden wollen.
Und ich hatte tatsächlich einmal geglaubt, ich würde nur ein kleines MMBasic-Tutorial schreiben. 😉
Vor einiger Zeit hatte ich bereits ein Praxisbeispiel zum Einsatz des One ROM im AC1 vorgestellt. Harry hat seinen Aufbau inzwischen weiterentwickelt und mir dazu eine interessante neue Variante geschickt.
Diesmal geht es um seinen AC 1 2017. In diesem Rechner kommen gleich fünf 24-polige One ROMs zum Einsatz. Über einen gemeinsamen Umschalter lässt sich auswählen, mit welcher von zwei kompletten ROM-Konfigurationen der Rechner beim nächsten Einschalten startet.
Zur Auswahl stehen der ACC Monitor 3.1 und der SCCH Monitor V11 USB. Dabei wird nicht nur das Monitorprogramm ausgewählt, sondern gleichzeitig auch der jeweils passende Zeichengenerator.
Bild 01 – Gesamtansicht des AC 1 2017
Der AC 1 2017 mit den eingebauten One ROMs. Die Umschaltung zwischen den beiden ROM-Konfigurationen wird über einen rastenden Taster an der linken Gehäuseseite vorgewählt.
Fünf One ROMs ersetzen die ursprünglichen EPROMs
Der AC 1 2017 orientiert sich bei der ROM-Bestückung am ursprünglichen AC1. Harry verwendet insgesamt fünf One ROMs:
Vier der Module ersetzen jeweils einen 2708 und enthalten das Monitorprogramm. Das fünfte arbeitet als Ersatz für einen 2716 und enthält den Zeichengenerator.
Jedes One ROM enthält zwei Images. Dadurch können zwei unterschiedliche ROM-Konfigurationen im Rechner verbleiben, ohne EPROMs austauschen oder neu programmieren zu müssen.
Harry schreibt dazu:
Insgesamt sind es fünf 24 polige One ROMs vier als 2708 und einer als 2716 so wie es im Original vorgesehen ist.
Nach seiner Aussage würde diese Konfiguration deshalb auch im ursprünglichen AC1 funktionieren.
Bild 03 – Blick von oben auf die Hauptplatine
Auf der Hauptplatine sind mehrere der One ROMs gut zu erkennen. Die zusätzliche Verdrahtung verbindet die Select-Eingänge für die gemeinsame Auswahl der ROM-Konfiguration.
Nur noch 5 Volt Versorgungsspannung
Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch den Ersatz der ursprünglichen 2708-EPROMs. Diese benötigen neben +5 V zusätzliche Versorgungsspannungen. Mit den One ROMs werden diese zusätzlichen Spannungen nicht mehr benötigt.
Die entsprechenden Versorgungsleitungen sind auf der Platine des AC 1 2017 zwar weiterhin vorhanden, sodass grundsätzlich auch eine Bestückung mit originalen 2708 möglich wäre. Werden jedoch – wie bei Harrys Aufbau – One ROMs eingesetzt und benötigen auch die übrigen Komponenten diese Spannungen nicht, kann auf die zusätzlichen Versorgungsspannungen verzichtet werden.
Harrys AC 1 2017 kommt deshalb mit einer einzigen Versorgungsspannung von +5 V aus. Er betreibt den kompletten Rechner mit einem 5-V-/3-A-USB-Netzteil. Der Anschluss erfolgt über die USB-C-Buchse an der linken Gehäuseseite neben dem Reset-Taster.
Vier One ROMs auf einen Streich
Besonders gut erkennt man den Aufbau auf der Detailaufnahme. Vier One ROMs befinden sich unmittelbar nebeneinander. Sie ersetzen die vier 2708-EPROMs mit dem Monitorprogramm. Ihre Select-Anschlüsse sind miteinander verbunden und werden gemeinsam angesteuert.
Bild 04 – Detailaufnahme der vier One ROMs
Vier der fünf 24-poligen One ROMs. Sie ersetzen die 2708-EPROMs mit dem Monitorprogramm. Über die zusätzliche Verdrahtung werden ihre Select-Eingänge gemeinsam angesteuert.
Harry hat die Umschaltung so realisiert, dass ein gemeinsamer Schalter Masse an die fünf Select-Pins der One ROMs legt. Dabei handelt es sich um einen rastenden Taster: Einmal drücken bedeutet EIN, ein zweites Drücken wieder AUS. Dadurch bleibt die gewählte Stellung erhalten und der Taster muss beim Einschalten des Rechners nicht festgehalten werden.
Wichtig ist allerdings: Die Stellung der Select-Eingänge wird nur beim Kaltstart, also beim Einschalten des Rechners, ausgewertet.
Wird der Umschalter im laufenden Betrieb betätigt, ändert sich die aktive ROM-Konfiguration nicht. Auch ein anschließender Reset genügt nicht. Der rote Taster an der linken Gehäuseseite ist übrigens genau dieser Reset-Taster.
Für einen Wechsel muss der AC 1 2017 daher ausgeschaltet, die gewünschte Konfiguration mit dem rastenden Taster gewählt und der Rechner anschließend wieder eingeschaltet werden.
Das hat einen Nachteil: Bereits geladene Programme gehen beim Wechsel der Monitor-Konfiguration verloren, da dazu ein Kaltstart erforderlich ist.
Auch der Zeichengenerator wird umgeschaltet
Das fünfte One ROM übernimmt eine weitere wichtige Aufgabe. Es ersetzt den 2716 des Zeichengenerators und enthält ebenfalls zwei Images mit den zu den beiden Monitor-Konfigurationen passenden Zeichensätzen.
Harry hat deshalb auch dieses One ROM in die gemeinsame Auswahl einbezogen.
Bild 05 – Detailaufnahme Zeichengenerator
Das fünfte One ROM ersetzt den 2716 des Zeichengenerators. Dadurch wird zusammen mit dem Monitorprogramm auch der jeweils passende Zeichensatz ausgewählt.
Damit gehören Monitor und Zeichensatz immer zusammen. Beim nächsten Einschalten steht nicht nur das ausgewählte Monitorprogramm zur Verfügung, sondern gleichzeitig auch dessen passende Bildschirmdarstellung.
ACC Monitor 3.1
In einer der beiden Einstellungen startet der Rechner mit dem ACC Monitor 3.1 und dem dazugehörigen Zeichensatz.
Bild 06 – AC 1 2017 im ACC-Modus
Der AC 1 2017 im Betrieb mit der ACC-Konfiguration.
Auf dem Bildschirm meldet sich der Monitor entsprechend mit:
AC 1 U 880 – MONITOR V 3.1
Bild 07 – Bildschirm des ACC Monitor 3.1
Der ACC Monitor 3.1 bei der Ausgabe eines Speicherbereichs.
Damit lässt sich der Rechner in einer Konfiguration betreiben, die sich am klassischen AC1 orientiert.
SCCH Monitor V11 USB
Für die zweite Konfiguration wird der rastende Umschalter entsprechend eingestellt und der AC 1 2017 anschließend neu eingeschaltet.
Nun startet der Rechner mit dem SCCH USB-KomfortMonitor V11.0b und dem dazugehörigen Zeichensatz.
Bild 08 – AC 1 2017 im SCCH-Modus
Der blau beleuchtete Ring des rastenden Tasters zeigt die für den nächsten Kaltstart gewählte SCCH-Konfiguration an.
Auf dem Bildschirm ist der Unterschied sofort sichtbar:
AC1 USB-KomfortMonitor V11.0b
Bild 09 – Bildschirm des SCCH USB-KomfortMonitors
Der SCCH USB-KomfortMonitor V11.0b. Rechts neben der hexadezimalen Speicherdarstellung werden die entsprechenden Zeichen angezeigt.
Auch der unterschiedliche Zeichensatz ist auf den Bildschirmfotos gut zu erkennen. Die gemeinsame Auswahl von Monitor-ROMs und Zeichengenerator erfüllt also genau ihren Zweck.
USB-Komfort für den AC1
Harrys AC 1 2017 besitzt noch eine weitere interessante Erweiterung: ein VDIP-USB-Modul. Zusammen mit MONX lässt sich damit auch am AC1 komfortabel mit einem USB-Speichermedium arbeiten.
Bild 10 – AC 1 2017 im Betrieb
Der komplette AC 1 2017 im Betrieb. Im Hintergrund ist die senkrecht stehende USB-Erweiterung zu erkennen.
Das VDIP-USB-Modul ist als separate Erweiterungsplatine ausgeführt und wird über den Steckverbinder mit dem AC1 verbunden. Harry weist darauf hin, dass diese Erweiterung in gleicher Weise auch am ursprünglichen AC1 eingesetzt werden kann.
Bild 13 – „AC 1 2017 Vdip USB.jpg“ einfügen
Das VDIP-USB-Modul an Harrys AC 1 2017. Die Erweiterung kann nach seinen Angaben in gleicher Weise auch am ursprünglichen AC1 betrieben werden.
Bei MONX handelt es sich um eine Programmsammlung von Volker Pohlers. Sie stellt Treiber für unterschiedliche Speichermedien bereit, darunter SD-Karte und VDIP-USB. Eine Unterstützung für den CH376 ist ebenfalls vorgesehen.
Besonders interessant ist die Einbindung des jeweiligen Treibers direkt in Anwendungen, beispielsweise BASIC8. Dadurch kann die Anwendung automatisch das jeweils aktive Speichermedium verwenden.
MONX wurde ursprünglich insbesondere für den picoAC1 entwickelt. Für diesen existieren sowohl eine VDIP- als auch eine CH376-USB-Erweiterung. Harry verwendet an seinem AC 1 2017 die hier gezeigte VDIP-USB-Variante.
Weitere Informationen sowie weitere Bilder von Harrys Aufbau finden sich im Robotrontechnik-Forum:
Damit treffen in diesem Rechner gleich mehrere Generationen Computertechnik aufeinander: Im Zentrum arbeitet weiterhin die klassische AC1-Technik mit U880-Prozessor. Die ursprünglichen EPROMs werden durch moderne One ROMs ersetzt, und eine USB-Erweiterung erleichtert den Datenaustausch.
Ein Live-Wechsel als nächster Schritt?
Der notwendige Kaltstart ist bei der derzeitigen Lösung der wesentliche Nachteil. Da der Rechner für den Wechsel der ROM-Konfiguration aus- und wieder eingeschaltet werden muss, gehen bereits in den Arbeitsspeicher geladene Programme verloren.
Interessant ist deshalb eine Weiterentwicklung des One ROM: Piers arbeitet bereits an einer Variante, die einen Wechsel der Images im laufenden Betrieb ermöglichen soll.
Eine Demonstration davon gibt es bereits auf YouTube:
Damit könnte sich künftig eine weitere interessante Möglichkeit für Anwendungen wie Harrys AC1 ergeben.
Mehr als nur ein EPROM-Ersatz
Dieses Praxisbeispiel zeigt besonders schön, welche Möglichkeiten das One ROM über den reinen Ersatz eines alten EPROMs hinaus bietet.
Natürlich könnte man ein One ROM einfach mit einem einzelnen Image programmieren und damit einen 2708 oder 2716 ersetzen. Harry nutzt jedoch zusätzlich die Möglichkeit, mehrere Images im One ROM abzulegen und über die Select-Eingänge auszuwählen.
Vier One ROMs ersetzen dabei die 2708 mit den Monitorprogrammen, das fünfte den 2716 mit dem Zeichengenerator. Weil die Select-Eingänge aller fünf Module gemeinsam angesteuert werden, kann zwischen zwei vollständigen Konfigurationen gewählt werden:
ACC Monitor 3.1 einschließlich Zeichengenerator
oder
SCCH Monitor V11 USB einschließlich Zeichengenerator
Die gewünschte Konfiguration wird mit dem rastenden Taster vorgewählt und beim nächsten Power-On übernommen.
Gerade bei historischen Rechnern ist das eine interessante Lösung: Der ursprüngliche Aufbau muss nicht grundlegend verändert werden, trotzdem stehen unterschiedliche ROM-Konfigurationen zur Verfügung – ohne EPROMs umzustecken oder neu zu programmieren.
Neuigkeiten rund um One ROM
Inzwischen unterstützt auch die aktuelle browserbasierte Anwendung One ROM Web das Einrichten mehrerer Slots beziehungsweise Images. Damit lässt sich eine Konfiguration wie die hier gezeigte direkt über die Weboberfläche vorbereiten.
Weiterführende Informationen zu den verschiedenen One-ROM-Versionen finden sich unter: https://wasm.onerom.org/
Dort ist unter anderem auch die Pinheader- und Jumperbelegung der verschiedenen One-ROM-Versionen dokumentiert: https://wasm.onerom.org/jumpers.html
Vielen Dank an Harry
Vielen Dank an Harry für die Beschreibung seines Aufbaus, die zusätzlichen technischen Informationen und die ausführliche Bildserie.
Sein AC 1 2017 ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich moderne Komponenten einsetzen lassen, ohne den Charakter eines historischen Computers aus den Augen zu verlieren.
Es ist wieder ein kleiner Meilenstein erreicht: Version 0.21 meines MMBasic-Tutorials „Mein erstes MMBasic Programm“ ist fertig!
Seit der Veröffentlichung von Version 0.20 hat sich noch einmal einiges getan. Ich habe zahlreiche Stellen überarbeitet, Fehler korrigiert und Ergänzungen vorgenommen. Besonders gefreut hat mich das Feedback aus der Community. Einige Hinweise und Verbesserungsvorschläge aus dem Forum sind bereits in die neue Version eingeflossen, weitere stehen für kommende Versionen auf der Roadmap.
Version 0.21 als kostenloses PDF
Die neue Version steht wieder kostenlos als PDF zur Verfügung.
Das PDF umfasst inzwischen 673 Seiten und enthält neben dem eigentlichen Tutorial auch einen zusätzlichen Anhang. Wie bisher gehören natürlich auch die BASIC-Beispielprogramme zum Projekt und können separat heruntergeladen werden.
Vom PDF zum gedruckten Buch
Parallel zur frei verfügbaren PDF-Version arbeite ich inzwischen auch an einer gedruckten Ausgabe von „Mein erstes MMBasic Programm – Schritt für Schritt in die Welt von MMBasic – für PicoMite und Colour Maximite“.
PDF und Taschenbuch basieren auf denselben Inhalten, sind aber nicht völlig identisch aufgebaut. Für die gedruckte Ausgabe verwende ich ein etwas anderes, auf den Buchdruck abgestimmtes Layout. Dadurch ergibt sich auch eine andere Seitenzahl:
Das Taschenbuch kommt derzeit auf stolze 794 Seiten.
Es soll später voraussichtlich für 29,90 € bei Amazon erhältlich sein.
Der Preis ist dabei ganz bewusst möglichst niedrig angesetzt. Bei einem Taschenbuch mit 794 Seiten entstehen allein durch Herstellung und Druck bereits entsprechend hohe Kosten. Die 29,90 € liegen deshalb praktisch am unteren Ende dessen, was sich für diese Ausgabe über Amazon KDP sinnvoll realisieren lässt.
Mir ist wichtig, dass das Buch trotz seines Umfangs bezahlbar bleibt. Vergleichbare Fach- und Computerbücher mit mehreren hundert Seiten liegen preislich häufig deutlich höher. Das gedruckte Buch soll daher weniger ein Projekt sein, mit dem ich möglichst viel verdienen möchte, sondern vor allem eine zusätzliche Möglichkeit für diejenigen, die das Tutorial lieber als richtiges Buch in der Hand haben möchten.
Veröffentlicht ist es allerdings noch nicht. Bevor ich die endgültige Freigabe erteile, möchte ich das Ergebnis erst selbst in den Händen halten. Deshalb habe ich einen Probedruck bestellt.
Dabei möchte ich vor allem prüfen, wie Schrift, Abbildungen, Programmlistings und Seitenlayout auf Papier wirken. Schließlich sieht ein fast 800 Seiten starkes Buch auf dem Bildschirm doch etwas anders aus als gedruckt.
Erst wenn der Probedruck überzeugt, werde ich die Taschenbuchausgabe endgültig veröffentlichen.
Die kostenlose Version bleibt
Wichtig ist mir dabei: Das freie Tutorial bleibt natürlich bestehen.
Die PDF-Version kann weiterhin kostenlos heruntergeladen werden. Auch die BASIC-Beispielprogramme bleiben frei verfügbar. Das gedruckte Taschenbuch ist eine zusätzliche Möglichkeit für alle, die lieber ein richtiges Buch auf dem Schreibtisch liegen haben möchten.
Und wie geht es weiter?
Auch Version 0.21 bedeutet noch lange nicht das Ende des Projekts.
Aus der Community sind inzwischen einige interessante Vorschläge zusammengekommen. Auf der Roadmap stehen unter anderem weitere Informationen zu Datentypen und Variablennamen, TYPE ... END TYPE, ein Data-Logger-Beispiel, eine historische Übersicht der verschiedenen MMBasic-Systeme sowie ein kleiner Blick zurück auf BASIC mit Zeilennummern.
Es gibt also noch genügend Stoff für die nächsten Versionen.
Im Moment bin ich allerdings erst einmal auf etwas anderes gespannt:
Wie sehen 794 Seiten MMBasic eigentlich als richtiges Buch aus? 😉
Sobald der Probedruck angekommen ist, werde ich natürlich darüber berichten.
Beginnen möchte ich mit einer der wichtigsten Funktionen: der HDMI-Grafikausgabe.
Eigentlich sollte das ganz einfach sein: HDMI-Kabel anschließen, Monitor einschalten und loslegen. Bei meinen ersten Versuchen zeigte sich allerdings schnell, dass es durchaus einige interessante Details zu entdecken gibt.
So funktionierte mein Pico Computer 3 an einem älteren Samsung-Monitor auf Anhieb, während mein EIZO FlexScan EV2455 zunächst nur die Meldung
HDMI: Signal Error
anzeigte.
Inzwischen ist auch geklärt, warum.
Gleichzeitig habe ich verschiedene Einstellungen und Grafikmodi der PicoMiteHDMIWEB-Firmware ausprobiert. Zeit also für den ersten ausführlicheren Praxistest meiner Pico-Computer-3-Serie.
Mein Testaufbau
Für die Versuche verwende ich meinen Pico Computer 3 mit der PicoMiteHDMIWEB-Firmware für den RP2350B.
Als Monitore kamen zwei recht unterschiedliche Geräte zum Einsatz:
EIZO FlexScan EV2455
Samsung SyncMaster P2770
Gerade diese Kombination erwies sich im Nachhinein als ausgesprochen nützlich, denn beide Monitore reagieren auf die HDMI-Ausgabe des Pico Computer 3 unterschiedlich.
Der erste Start – und kein Bild
Beim ersten Anschließen des Pico Computer 3 an meinen EIZO FlexScan EV2455 bekam ich zunächst kein brauchbares Bild. Der Monitor meldete lediglich:
HDMI: Signal Error
Zunächst lag natürlich der Verdacht nahe, dass mit dem Pico Computer 3 oder der HDMI-Verbindung etwas nicht stimmt.
Also probierte ich einen zweiten Monitor aus.
An meinem wesentlich älteren Samsung SyncMaster P2770 erschien sofort das erwartete MMBasic-Bild.
Damit war zumindest klar: Der Pico Computer 3 und sein HDMI-Ausgang funktionieren.
Der Unterschied musste also irgendwo bei den vom Monitor akzeptierten HDMI-Signalen liegen.
640 × 480 mit 75 Hz
Der Pico Computer 3 war auf folgende Einstellung konfiguriert:
OPTION RESOLUTION 640,315000
Damit wird eine Auflösung von 640 × 480 Pixeln mit 75 Hz verwendet.
Mein Samsung SyncMaster P2770 kommt mit dieser Einstellung problemlos zurecht. Der EIZO EV2455 dagegen nicht.
Also stellte ich die Ausgabe auf 60 Hz um:
OPTION RESOLUTION 640,252000
Und siehe da: Nun erschien das Bild auch auf dem EIZO.
Damit war zunächst eine einfache Lösung gefunden.
Die eigentliche Ursache war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht geklärt.
Wolfgang stolpert über dasselbe Problem
Interessant wurde die Sache einige Tage später.
Wolfgang hatte ebenfalls einen Pico Computer 3 angeschlossen und meldete sich bei mir, weil sein Monitor nur
HDMI: Signal Error
anzeigte.
Da mir das Verhalten inzwischen bekannt vorkam, empfahl ich ihm, die Einstellung auf 60 Hz umzuschalten.
Das Problem dabei: Ohne Bild kann man natürlich nicht sehen, was man eingibt.
Also blieb nur die etwas ungewöhnliche Lösung, den Befehl „blind“ einzutippen:
OPTION RESOLUTION 640,252000
und anschließend Enter zu drücken.
Das funktionierte tatsächlich. Danach hatte Wolfgang ein Bild.
Dann erwähnte er seinen Monitor:
EIZO FlexScan EV2455.
Und damit wurde die Sache richtig interessant, denn genau diesen Monitor verwende ich ebenfalls.
Zwei Pico Computer 3, zwei EIZO EV2455 und zweimal dasselbe Verhalten.
Der EV2455 kann doch 75 Hz
Wolfgang stellte daraufhin eine berechtigte Frage.
Der EIZO EV2455 unterstützt schließlich durchaus Bildwiederholraten von 75 Hz. Warum funktioniert dann ausgerechnet die Ausgabe des Pico Computer 3 nicht?
Die Erklärung findet sich in der Dokumentation des Monitors.
Entscheidend ist nämlich nicht allein die Bildwiederholrate, sondern die Kombination aus Auflösung, Frequenz und Eingang.
Bei 640 × 480 Pixeln unterstützt der EV2455 die 75 Hz über den analogen D-Sub/VGA-Eingang. Für die digitale HDMI-Verbindung ist bei dieser Auflösung dagegen der 60-Hz-Modus vorgesehen.
Damit passt plötzlich alles zusammen.
Mit
OPTION RESOLUTION 640,315000
liefert der Pico Computer 3 640 × 480 mit 75 Hz.
Der EV2455 akzeptiert diesen Modus über HDMI nicht und meldet:
HDMI: Signal Error
Mit
OPTION RESOLUTION 640,252000
werden dagegen 640 × 480 mit 60 Hz ausgegeben.
Diesen Modus akzeptiert der EV2455 über HDMI – und das Bild erscheint.
Warum funktioniert der alte Samsung?
Eine interessante Frage bleibt:
Warum zeigt mein wesentlich älterer Samsung SyncMaster P2770 die 75-Hz-Ausgabe problemlos an?
Offenbar akzeptiert dieser Monitor das vom Pico Computer 3 erzeugte HDMI-Signal, während der EIZO bei dieser Kombination aus Auflösung und Bildwiederholrate ablehnt.
Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein älterer Monitor nicht automatisch weniger geeignet sein muss.
Im Gegenteil: Gerade bei etwas ungewöhnlicheren Videomodi können ältere Geräte manchmal erstaunlich tolerant sein.
Welche Grafikmodi funktionieren?
Nachdem die HDMI-Ausgabe zuverlässig funktionierte, konnte ich auch die verschiedenen MODE-Einstellungen ausprobieren.
Auf meinem Pico Computer 3 mit der getesteten PicoMiteHDMIWEB-Firmware funktionieren:
MODE 1
MODE 2
MODE 5
Bei meinen Versuchen mit MODE 3 und MODE 4 erhielt ich dagegen die Fehlermeldung:
Error : Mode not available in this resolution
Zunächst vermutete ich, dass dies mit meiner Umstellung auf 640 × 480 bei 60 Hz zusammenhängen könnte.
Deshalb probierte ich die Modi erneut mit der ursprünglichen höheren Bildwiederholrate aus.
Auch bei
OPTION RESOLUTION 640,315000
standen MODE 3 und MODE 4 nicht zur Verfügung.
Ein weiterer Versuch mit einer anderen Auflösung änderte daran ebenfalls nichts.
Damit war klar, dass es sich nicht einfach um eine Folge der Umstellung von 75 auf 60 Hz handelt.
Für meine bisherigen Tests mit dem Pico Computer 3 stehen somit praktisch die Modi 1, 2 und 5 zur Verfügung.
Für die Programme aus meinem MMBasic-Tutorial ist das übrigens kein Problem. Die von mir bisher getesteten Beispiele laufen auch auf dem Pico Computer 3.
60 Hz als Grundeinstellung
Aus den Tests ergibt sich für mich noch eine ganz praktische Konsequenz.
Die fünf Pico-Computer-3-Sets, die ich derzeit aufbaue, werde ich sicherheitshalber mit
OPTION RESOLUTION 640,252000
also mit 640 × 480 bei 60 Hz konfigurieren.
60 Hz dürfte bei HDMI-Monitoren die deutlich kompatiblere Grundeinstellung sein.
Wer anschließend mit 75 Hz experimentieren möchte und einen passenden Monitor besitzt, kann die Einstellung jederzeit ändern.
Für die Ersteinrichtung ist mir aber wichtiger, dass nach dem Anschließen möglichst sofort ein Bild erscheint.
Denn nichts ist unangenehmer, als einen neuen Rechner auszupacken, anzuschließen und als Erstes vor einem schwarzen Bildschirm zu sitzen.
Was tun bei „HDMI: Signal Error“?
Falls beim Pico Computer 3 nach dem Einschalten kein Bild erscheint oder der Monitor „HDMI: Signal Error“ meldet, würde ich deshalb zunächst die 60-Hz-Einstellung ausprobieren:
OPTION RESOLUTION 640,252000
Falls man überhaupt keine Bildschirmausgabe bekommt, kann der Befehl auch blind über die Tastatur eingegeben und mit Enter bestätigt werden.
Bei Wolfgang hat genau das funktioniert.
Alternativ lohnt sich natürlich auch der Versuch mit einem zweiten Monitor oder Fernseher. Sobald dort ein Bild erscheint, lässt sich die Einstellung bequem ändern.
Zwischenfazit
Mein erster ausführlicher Test des Pico Computer 3 hat damit gleich eine interessante Besonderheit zutage gefördert.
Der HDMI-Ausgang selbst funktionierte von Anfang an. Das eigentliche Problem war die Kombination aus 640 × 480, 75 Hz und dem HDMI-Eingang des EIZO EV2455.
Besonders interessant finde ich, dass wir dem Problem erst durch Wolfgangs Rückmeldung wirklich auf die Spur gekommen sind. Dass wir zufällig beide denselben Monitor verwenden und bei beiden Geräten exakt dasselbe Verhalten auftrat, war für die Fehlersuche natürlich ideal.
Die für mich wichtigste Erkenntnis lautet daher:
640 × 480 bei 60 Hz ist für den Pico Computer 3 die sicherere HDMI-Grundeinstellung.
Und damit ist der erste Punkt meiner geplanten Pico-Computer-3-Testreihe abgehakt.
Als Nächstes gibt es schließlich noch einiges auszuprobieren: USB-Tastatur und Maus, SD-Karte und Flash, Audio, RTC, WLAN, Bluetooth und natürlich die verschiedenen Schnittstellen des Pico Computer 3.
Es gibt eine neue Version meines Tutorials „Mein erstes MMBasic-Programm“ zum Download.
Mit Version 0.21 habe ich vor allem den Nachschlagewert des inzwischen recht umfangreichen Tutorials verbessert.
Neu hinzugekommen ist ein klassisches alphabetisches Stichwortverzeichnis am Ende des Buches. Dafür habe ich die Kapitel noch einmal überarbeitet und relevante Begriffe, MMBasic-Befehle und Funktionen mit Indexeinträgen versehen.
In der PDF-Version sind die Seitenzahlen im Stichwortverzeichnis anklickbar. Ein Klick führt also direkt zur entsprechenden Stelle im Buch.
Auch die MMBasic-Befehlsreferenz wurde erweitert. In der Spalte „Im Buch“ ist nun zu erkennen, welche Befehle im Tutorial verwendet oder näher behandelt werden und auf welcher Seite sie zu finden sind. Auch diese Seitenangaben sind direkt verlinkt.
Neu ist außerdem ein eigener Anhang B – MMBasic-Funktionsreferenz. Er ist ähnlich wie die Befehlsreferenz aufgebaut und enthält ebenfalls Verweise auf die Stellen im Buch, an denen die jeweilige Funktion verwendet wird.
Damit stehen jetzt drei Wege zur Verfügung, um Informationen schnell wiederzufinden: die Befehlsreferenz, die Funktionsreferenz und das alphabetische Stichwortverzeichnis.
Die neue Version 0.21 steht ab sofort wie gewohnt als PDF zum Download bereit.
Pico Computer 3 mit RP2350B – mein Testgerät für die kommenden Beiträge
Nachdem meine Pico Computer 3 inzwischen angekommen sind und die ersten Funktionstests erfolgreich waren, möchte ich mir die Möglichkeiten dieses kleinen Rechners etwas genauer ansehen.
Der Pico Computer 3 bietet deutlich mehr als einen Raspberry Pi Pico 2 mit HDMI-Anschluss. Neben HDMI, USB-Tastatur und -Maus stehen unter anderem eine Micro-SD-Karte, zusätzlicher PSRAM, eine Echtzeituhr, I²S-Audio sowie – mit dem entsprechenden RM2-Modul – WLAN und Bluetooth zur Verfügung.
In einer kleinen Serie möchte ich die einzelnen Funktionen nach und nach ausprobieren und hier im Blog vorstellen.
Dieser erste Beitrag soll zunächst einen Überblick darüber geben, was der Pico Computer 3 bietet und welche Tests geplant sind.
HDMI-Grafikausgabe
HDMI-Anschluss des Pico Computer 3
Der Pico Computer 3 besitzt einen direkten HDMI-Ausgang und kann damit ohne zusätzliche Hardware an einen HDMI-Monitor angeschlossen werden.
Auflösung und Bildwiederholrate können in MMBasic über OPTION RESOLUTION konfiguriert werden.
Mit der von mir derzeit verwendeten PicoMiteHDMIWEB MMBasic USB RP2350B Edition stehen die Grafikmodi MODE 1, MODE 2 und MODE 5 zur Verfügung.
Wichtig:MODE 3 und MODE 4 werden von der PicoMiteHDMIWEB-Firmware nicht unterstützt.
Das muss insbesondere berücksichtigt werden, wenn vorhandene PicoMite-HDMI-Programme auf dem Pico Computer 3 ausgeführt werden sollen.
VGA-Ausgabe mit dem HDMI2VGA-Adapter
HDMI2VGA-Adapter für den VGA-Betrieb
Für den Pico Computer 3 gibt es außerdem eine kleine HDMI2VGA-Adapterplatine.
Der Name ist zunächst etwas missverständlich: Es handelt sich dabei nicht um einen üblichen aktiven HDMI-zu-VGA-Konverter, der einfach zwischen HDMI-Ausgang und VGA-Monitor gesteckt wird.
Stattdessen ermöglicht die Platine, den Pico Computer 3 mit einer entsprechenden PicoMiteVGA-Firmware als VGA-PicoMite zu betreiben. Dazu werden die benötigten VGA-Signale über die GPIO-Pins herausgeführt.
Die VGA-Konfiguration, beispielsweise mit OPTION VGA PINS GP12,GP14, steht deshalb unter der PicoMiteHDMIWEB-Firmware nicht zur Verfügung.
Den Adapter und den dafür notwendigen Firmwarewechsel werde ich in einem eigenen Beitrag ausprobieren.
USB-Tastatur, USB-Maus und USB-Gamepad
USB-Host-Anschlüsse für Tastatur und Maus
Über den USB-Host-Anschluss können eine USB-Tastatur und eine USB-Maus angeschlossen werden. Aber auch USB-Gamepads erkennt der Pico Computer 3.
Damit lässt sich der Pico Computer 3 praktisch wie ein kleiner eigenständiger BASIC-Computer verwenden – Monitor, Tastatur und Stromversorgung anschließen und loslegen.
Auch die Maus kann innerhalb von MMBasic verwendet werden, beispielsweise im eingebauten Programmeditor.
Micro-SD-Karte
Micro-SD-Kartensteckplatz
Zusätzlich zum internen Flash-Speicher besitzt der Pico Computer 3 einen Micro-SD-Kartensteckplatz.
Das interne Flash-Dateisystem steht in MMBasic als Laufwerk A: zur Verfügung, die Micro-SD-Karte als Laufwerk B:.
Programme, Bilder und Datendateien können dadurch bequem am PC auf eine SD-Karte kopiert und anschließend direkt auf dem Pico Computer 3 verwendet werden.
16 MB Flash
Winbond W25Q128JV – 16 MB Flash-Speicher
Der Pico Computer 3 verfügt über 16 MB externen Flash-Speicher. Auf der Platine ist dafür ein Winbond W25Q128JV mit 128 Mbit Speicherkapazität verbaut.
Ein Teil des Flash-Speichers wird von MMBasic als internes Laufwerk A: verwendet. BASIC-Programme und andere Dateien können daher auch ohne eingesetzte Micro-SD-Karte dauerhaft gespeichert werden.
Zusätzlicher PSRAM
APS6404L-3SQR – 8 MB PSRAM
Neben dem internen RAM des RP2350B verfügt der Pico Computer 3 über 8 MB zusätzlichen PSRAM. Dafür ist ein APS6404L-3SQR von AP Memory mit 64 Mbit Speicherkapazität verbaut.
Bei meinem Pico Computer 3 meldet der MMBasic-Befehl MEMORY davon rund 6,3 MB freien Speicher.
Das ist insbesondere für größere Programme, Grafikpuffer und andere speicherintensive Anwendungen interessant.
I²S-Audio
I²S-Audio-Schaltung des Pico Computer 3
Der Pico Computer 3 besitzt außerdem die notwendige Hardware für I²S-Audio.
Damit ergeben sich interessante Möglichkeiten für Sound, Musik und Spiele. Welche Audiofunktionen von der jeweils verwendeten PicoMite-Firmware unterstützt werden, werde ich in einem eigenen Test untersuchen.
DS3231-Echtzeituhr
DS3231-Echtzeituhr mit CR2032-Pufferbatterie
Eine DS3231-Echtzeituhr (RTC) sorgt zusammen mit einer CR2032-Pufferbatterie dafür, dass Datum und Uhrzeit auch bei ausgeschaltetem Pico Computer 3 weitergeführt werden.
Mit OPTION RTC AUTO ENABLE kann MMBasic beim Start Datum und Uhrzeit automatisch von der RTC übernehmen.
Das lässt sich sehr einfach mit DATE$ und TIME$ überprüfen.
WLAN mit dem RM2-Modul
Raspberry Pi RM2 Wireless Module für WLAN und Bluetooth
Besonders interessant ist das Raspberry Pi RM2 Wireless Module, das dem Pico Computer 3 WLAN und Bluetooth zur Verfügung stellt.
Mit der PicoMiteHDMIWEB-Firmware kann der Pico Computer 3 mit dem heimischen WLAN verbunden werden.
Einen ersten Versuch habe ich bereits durchgeführt: Nach erfolgreicher WLAN-Verbindung konnte ich den Pico Computer 3 mit PuTTY über Telnet von meinem PC aus bedienen.
Darüber hinaus eröffnet die Netzwerkunterstützung weitere Möglichkeiten, beispielsweise TCP/IP- und UDP-Kommunikation sowie HTTP- und Web-Anwendungen.
Auch diese Möglichkeiten möchte ich in weiteren Beiträgen genauer ausprobieren.
Bluetooth
Raspberry Pi RM2 Wireless Module für WLAN und Bluetooth
Das RM2-Modul bietet hardwareseitig neben WLAN auch Bluetooth.
Für PicoMite existieren spezielle Firmwarevarianten mit Unterstützung für Bluetooth Low Energy (BLE) und HID-Geräte wie Tastaturen, Mäuse und Gamepads.
Dabei ist wichtig, zwischen der Hardwareausstattung des Pico Computer 3 und den Möglichkeiten der jeweils installierten Firmware zu unterscheiden. Bluetooth steht nicht automatisch in jeder PicoMite-Firmwarevariante zur Verfügung.
Als Testgerät habe ich bereits einen 8BitDo Zero 2 Bluetooth-Controller. Besonders interessant wird sein, ob er sich als drahtloses Gamepad oder im Keyboard-Modus mit dem Pico Computer 3 verwenden lässt.
Das wird auf jeden Fall einen eigenen Test wert sein.
Qwiic-/STEMMA-QT-Anschluss
Qwiic-/STEMMA-QT-Anschluss für I²C-Erweiterungen
Über den JST-SH-Anschluss lassen sich kompatible I²C-Module relativ einfach anschließen.
Damit können beispielsweise Sensoren, Displays, ADCs und andere I²C-Erweiterungen verwendet werden, ohne dafür jedes Modul einzeln verdrahten zu müssen.
Auch hierzu bietet sich ein kleines MMBasic-Testprogramm an.
GPIO und weitere Schnittstellen
Natürlich bleibt der Pico Computer 3 trotz seiner umfangreichen Ausstattung ein Mikrocontroller-System für eigene Experimente.
Je nach verwendeter Firmware und Pinbelegung stehen unter anderem digitale Ein- und Ausgänge, ADC, PWM, UART, SPI und I²C zur Verfügung.
Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, welche GPIO-Pins bereits durch HDMI, USB, SD-Karte, Audio und andere Komponenten belegt sind.
Alternative Firmware
PROG-Anschluss und Schalter zum Aktivieren des USB-Hubs
Der Pico Computer 3 ist nicht auf PicoMiteHDMIWEB beschränkt.
Durch einen Firmwarewechsel kann dieselbe Hardware beispielsweise auch mit einer PicoMiteVGA-Variante verwendet werden. Genau das werde ich beim Test des HDMI2VGA-Adapters ausprobieren.
Daneben gibt es weitere Softwaremöglichkeiten wie MicroPython, die ich eventuell später ebenfalls untersuchen werde.
Wie geht es weiter?
Dieser Beitrag ist zunächst nur als Überblick gedacht.
In den kommenden Beiträgen möchte ich die einzelnen Funktionen nicht nur beschreiben, sondern tatsächlich auf meinem Pico Computer 3 ausprobieren. Wo es sinnvoll ist, werde ich dazu kleine MMBasic-Testprogramme erstellen und die notwendigen Einstellungen dokumentieren.
Sobald die einzelnen Tests abgeschlossen sind, werde ich die entsprechenden Beiträge auch hier verlinken. Dieser Artikel soll damit gleichzeitig als Übersicht über die gesamte Pico-Computer-3-Serie dienen.
Damit dürfte mir für die nächsten Beiträge jedenfalls nicht so schnell der Stoff ausgehen. 🙂
Hier trage ich alle Interessenten für eine eigene Sammelbestellung ein. Aktuell ist das noch in Planung, ich muss mindestens 15 Sets zusammen haben, damit ich bei JLCPCB kostengünstig fertigen lassen kann. Der Setpreis hängt dann von der Gesamtanzahl ab. Bei der Sammelbestellung von Matthias hatte ein Set 58,- € gekostet, wobei er aber 25 Sets bei JLCPCB gefertigt hatte.
Folgende Sachen sind optional und können mit entsprechendem Aufpreis mit dazu bestellt werden:
Optional kann noch ein HDMI2VGA-Adapter mitbestellt werden (ca. 8,- € Aufpreis)
ACHTUNG: Das ist ein passiver Adapter. Damit er funktioniert muss die VGA-Version der Firmware aufgespielt werden und folgende OPTION gesetzt werden:
OPTION VGA PINS GP12,GP14
Optional kann ich noch eine Mikro-SD-Karte mit Software und Doku (ca. 8,- € Aufpreis)
Optional kann ich noch ein von mir signiertes Buch Mein erstes MMBasic Programm dazulegen (ca. 29,90 €, falls lieferbar)
Hinweis: Für alle Neueinsteiger in das Thema PicoMite und MMBasic arbeite ich gerade an meinem deutschsprachigen Tutorial: Mein erstes MMBasic Programm