One ROM – Arbeiten mit Custom Images
Im letzten Beitrag ging es um das Web-Interface und die grundlegende Bedienung.
Diesmal schauen wir uns eine der spannendsten Funktionen von One ROM an: Custom Images.
Denn damit wird aus dem kleinen Board erst so richtig ein universeller ROM-Ersatz.
Was sind „Custom Images“?
Mit Custom Images kannst du dein One ROM genau an deine Anwendung anpassen:
- eigene ROM-Daten verwenden
- mehrere ROMs kombinieren
- verschiedene Chip-Typen emulieren
- Speicheraufteilung frei definieren
Kurz gesagt: Du baust dir dein eigenes „virtuelles EPROM“.
Einstieg über das Web-Interface
- https://onerom.org/web/ öffnen
- Verbindung herstellen
- Im Bereich „Programming“ → „Custom Image“ wechseln
Dort kannst du dein eigenes Image zusammenstellen.
Aufbau eines Custom Images
Ein Custom Image besteht im Prinzip aus mehreren Bausteinen:
🧩 ROM-Slots
Hier legst du fest:
- welche ROM-Datei geladen wird
- wie groß sie ist
- an welcher Adresse sie liegt
Je nach Konfiguration kannst du mehrere ROMs gleichzeitig nutzen.
⚙️ Hardware-Konfiguration
Wichtige Einstellungen sind zum Beispiel:
- ROM-Typ (z. B. EPROM, Mask ROM)
- Adressbreite
- Datenbreite
- Chip-Select-Verhalten
Das klingt erstmal komplex – ist aber meist schnell verstanden, wenn man das Zielsystem kennt.
🔀 Mapping / Umschaltung
Eine der stärksten Funktionen von One ROM:
👉 Mehrere ROMs können über Steuerleitungen umgeschaltet werden
Das ist z. B. interessant für:
- verschiedene Firmware-Versionen
- mehrere Betriebssysteme
- Debug-Varianten
Typischer Anwendungsfall
Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an.
Beispiel: Zwei ROMs in einem Gerät
Du möchtest:
- Original-Firmware behalten
- modifizierte Version testen
Dann kannst du:
- zwei ROM-Dateien laden
- beiden Slots zuweisen
- Umschaltung konfigurieren
👉 Ergebnis: Per Jumper oder Signal kannst du zwischen beiden Versionen wechseln.
Eigene ROM-Dateien verwenden
Custom Images leben davon, dass du eigene Daten einbringst.
Typische Quellen:
- ausgelesene EPROMs
- BIN-Dateien aus Projekten
- Firmware-Images aus dem Netz
Wichtig ist:
- richtige Größe
- korrektes Format (meist BIN)
Falls das ROM kleiner ist als erwartet, wird es in der Regel automatisch aufgefüllt.
Grenzen und Besonderheiten
Ein paar Dinge solltest du im Hinterkopf behalten:
- Maximale Gesamtgröße ist durch den Flash begrenzt
- Timing muss zum Zielsystem passen
- nicht jede exotische ROM-Logik lässt sich 1:1 abbilden
👉 In der Praxis funktioniert aber erstaunlich viel „out of the box“.
Wann lohnt sich Custom Image wirklich?
Custom Images sind besonders sinnvoll, wenn du:
- mehrere ROMs ersetzen willst
- viel experimentierst
- eigene Firmware entwickelst
- seltene oder schwer beschaffbare ROMs nutzt
Für einfache Fälle reicht oft ein fertiges Image – aber sobald es individueller wird, führt kein Weg daran vorbei.
Alternative: Vorbereitung am PC
Für komplexere Projekte kann es sinnvoll sein, das Image außerhalb des Browsers vorzubereiten.
Das offizielle Projekt auf one-rom GitHub repository bietet dafür:
- Tools
- Beispiele
- weiterführende Dokumentation
Damit kannst du sehr gezielt und reproduzierbar arbeiten.
Tipps aus der Praxis
- Erst mit kleinen Konfigurationen anfangen
- Schritt für Schritt erweitern
- immer testen, bevor du komplex wirst
Und ganz wichtig:
👉 Funktionierende Konfigurationen abspeichern!
Fazit
Custom Images sind der Punkt, an dem One ROM richtig mächtig wird:
- maximale Flexibilität
- individuelle Anpassung
- viele Einsatzmöglichkeiten
Am Anfang wirkt es etwas komplex – aber nach den ersten Versuchen wird schnell klar, wie viel damit möglich ist.
Ausblick
In einem der nächsten Beiträge könnten wir uns anschauen:
- Multi-ROM-Umschaltung im Detail
- Timing und Kompatibilität
- Einsatz in konkreten Retro-Systemen