One ROM – Praxis: BIOS-EPROM auf einem 386/486 ISA Mainboard ersetzen
Nach C64, ZX81 und Mikrocontroller-Projekten diesmal eine etwas andere Anwendung:
👉 Einsatz des One ROM als BIOS-EPROM auf einem klassischen PC-Mainboard.
Der Kandidat: Typhoon 486/386 ISA Mainboard
Zum Einsatz kam ein:
- 386DX / 486 ISA Mainboard
- Hersteller: Target Micro (Typhoon-Serie)
- klassisches AT-Design
👉 Als BIOS-ROM ist hier ein STM27C512 verbaut.
Ziel des Umbaus
Das Ziel war denkbar einfach:
- originales EPROM ersetzen
- BIOS bequem per USB programmieren
- keine EPROM-Brenner mehr notwendig
👉 Klassischer One-ROM-Usecase – aber auf PC-Hardware.
Einbau: One ROM statt 27C512
- One ROM (passend für 27C512 / 28-Pin)
Da es mechanisch etwas eng wurde (USB-Stecker!):
👉 einfache, aber effektive Lösung:
- mehrere 28-polige Fassungen übereinander gesteckt
- dadurch genügend Höhe geschaffen
👉 Klassischer Bastler-Trick – funktioniert erstaunlich gut 😄
Programmierung: WebUSB mit Edge
Das BIOS wurde direkt über das Web-Interface programmiert:
- Browser: Microsoft Edge
- Verbindung über WebUSB
- Image auswählen und flashen
👉 Kein zusätzliches Tool notwendig
Ablauf in der Praxis
Der typische Workflow:
- BIOS-Image vorbereiten
- One ROM per USB verbinden
- im Web-Interface flashen
- USB abziehen
- Mainboard starten
👉 Danach läuft das System direkt mit dem neuen BIOS.
Warum das hier besonders interessant ist
Im Gegensatz zu vielen Retro-Systemen:
👉 arbeitet ein PC-BIOS oft sehr timingkritisch
Und trotzdem:
- das One ROM funktioniert hier problemlos
- ersetzt das originale EPROM vollständig
👉 Das zeigt, wie robust das Konzept ist.
Typische Vorteile in diesem Setup
- 🔁 schnelles Testen verschiedener BIOS-Versionen
- 🔧 kein EPROM-Brenner nötig
- 🧪 ideal für Experimente mit alten Boards
- ♻️ kein Verschleiß an Sockeln durch häufiges Wechseln
Mechanische Besonderheit
Der „Sockel-Turm“ ist hier kein Bug, sondern Feature:
👉 ohne zusätzliche Höhe würde:
- der USB-Stecker nicht passen
- oder mechanisch kollidieren
👉 Die Lösung mit gestapelten Fassungen ist:
- schnell
- reversibel
- völlig ausreichend
Kleine Einschränkungen
Wie bei allen One-ROM-Setups:
- USB während Betrieb nicht sinnvoll nutzbar (Standard-Firmware)
- nach Flashen → Neustart notwendig
👉 Für BIOS-Tests aber absolut unkritisch.
Fazit
Dieses Beispiel zeigt sehr schön:
👉 One ROM funktioniert nicht nur in klassischen 8-Bit-Systemen
👉 sondern auch in PC-Hardware wie 386/486 Mainboards
Und wieder gilt:
- weniger Aufwand
- mehr Flexibilität
- schnelleres Arbeiten
Persönlicher Eindruck
Gerade bei alten PC-Boards, bei denen man:
- BIOS-Versionen testet
- Reparaturen durchführt
- oder einfach experimentiert
ist das One ROM ein extrem praktisches Werkzeug.
Ausblick
Mögliche Erweiterungen:
- mehrere BIOS-Versionen per Bank Switching
- Debug-BIOS + Original parallel
- Kombination mit Diagnosekarten
💡 Update: One ROM mit hochgestelltem USB-C – ideal für enge Einbauorte
Für meinen Aufbau habe ich mir noch mit gestapelten Sockeln geholfen, um genügend Platz für den USB-Stecker zu schaffen.
Inzwischen gibt es jedoch auch One ROM Varianten mit hochgestelltem USB-C-Anschluss.
👉 Das bringt gleich mehrere Vorteile:
- weniger Bauhöhe nötig
- kein „Sockel-Turm“ mehr erforderlich
- mechanisch deutlich stabiler
- sauberer Einbau direkt im ROM-Sockel
Gerade bei klassischen PC-Mainboards, bei denen der Platz zwischen Steckkarten, Netzteil und Laufwerken sehr begrenzt ist, ist das ein echter Vorteil.
👉 Für solche Anwendungen ist diese Variante daher klar die bessere Wahl.
Praxisbeispiel von: fanhistorie, Mitglied des VzEkC e. V.


